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Ich sehe mein Plan-Ich als transparenten Schatten vor mir her rennen. Es hat den ersten Meilenstein erreicht – hält die Zusammenfassung des Romans bereits in den Händen, während ich keuchend versuche, es einzuholen. Mit steifen Fingern hacke ich Worte in die vergilbten Plastiktasten, doch da sind immer noch mehr Worte, die geschrieben werden müssen. Immer wieder ahne ich schon das Ziel auf der Anhöhe vor mir, doch dahinter tut sich unerwartet ein tiefes Tal auf, dass ich durchqueren muss, ehe ich an mein Ziel komme. Es ist ein unfaires Wettrennen. Die Strecke, die mein Plan-Ich zurückgelegt hat, ist viel kürzer als meine.

Ich lasse es laufen, denn es hat keinen Sinn, schon am Anfang zu rennen, als wäre es der Endspurt. Mit feuerrotem Kopf und brennender Lunge kann man nicht den Weg genießen.

Und letztlich ist der Plan nur das Maßband, mit dem man die Länge seiner Umwege messen kann.

Meine voraussichtlich 15-seitige Zusammenfassung werde ich daher eine Woche verspätet an ausgewählte Probeleser geben. Auch für meine erste Kurzgeschichte lehne ich mich zurück und bringe sie ein wenig später ins Ziel, dafür aber voller Energie für 39 weitere.

Und so lasse ich mein Plan-Ich am Horizont davon ziehen, doch ich behalte es im Auge.

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