Als ich heute Morgen in die Bibliothek kam, waren alle Schließfächer besetzt. Hundertdreißig verschlossene Türen sagten: Hier ist kein Platz für Dich!
Ich hatte gerade Kaffee getrunken und daher keine Rechtfertigung mich in der Cafeteria herumzudrücken. Ratlos streifte ich durch die vertrauten Gänge meiner alten Uni und fragte mich, ob die Studenten erkennen, dass ich älter bin und ich nicht mehr hierher gehöre. Aber niemand schien sich an meiner Anwesenheit zu stören. Ermutigt kehrte ich in die Bibliothek zurück und fand eine offene Tür. Ein einziges freies Schließfach, zum Zeichen, dass ich hier doch willkommen bin.
Im Lesesaal war voll, aber es herrschte genau die Atmosphäre der Stille und Konzentration, die ich brauchte, um meine drei Normseiten zu schreiben.
Die Seiten 26 bis 28 von meinem Roman.

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